König Albert von Sachsen

 

Albert von Sachsen (* 23.04.1828 in Dresden, † 19. Juni 1902 in Sibyllenort) stammte aus dem Haus der albertinischen Wettiner und war von 1873 bis zu seinem Tode König von Sachsen.

 

Albert war das zweite Kind und der erste Sohn von Johann von Sachsen und dessen Frau Amalie Auguste von Bayern. Er zeigte bereits im Kindesalter Interesse am Militär und wurde in allen Waffengattungen ausgebildet. Nach Ablegung der Reifeprüfung 1845 besuchte er die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Dort studierte er Rechts- und Staatswissenschaften.

 

Im Schleswig-Holsteinischen Krieg kämpfte Albert als Hauptmann gegen Dänemark. 1851 erhielt er zunächst als Oberst, später als Generalmajor die Führung einer Infanteriebrigade, einige Jahre später die einer Division und wurde dann Kommandeur der gesamten Infanterie.

 


Durch den Tod von König Friedrich August II. im Jahr 1854 bekam Albert den Status des Kronprinzen und wurde verstärkt politisch aktiv. Neben seinem Vorsitz im Staatsrat wirkte Albert auch bei der Ausarbeitung neuer Gesetzentwürfe mit.

 

Im Jahr 1866 wurde Kronprinz Albert von seinem Vater die Mobilmachung der sächsischen Armee übertragen. Albert führte im Deutschen Krieg die sächsischen Truppen gegen Preußen an und kämpfte unter anderem bei Münchengrätz und Gitschin. Nach der Niederlage von Königgrätz an der Seite Österreichs trat Sachsen noch 1866 dem Norddeutschen Bund bei. Als Kronprinz übernahm Albert mit dem Friedensschluss 1866 das Kommando über das XII. (I. Königlich Sächsische) Armee-Korps.

 

Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gehörte das Korps zunächst zur 2. Armee und zeichnete sich am 16./18. August 1870 in der Schlacht bei Gravelotte („Bataille de Saint-Privat“) aus. Am 19. August erfolgte die Bildung der Maas-Armee (4. Armee), deren Kommando Albert übernahm. Am 30. August 1870 war er im Gefecht von Beaumont siegreich. Die neugebildete Maas-Armee schlug gemeinsam mit der 3. Armee die französische Armee Patrice de Mac-Mahons, bei der sich auch Kaiser Napoléon III. befand, am 1. September 1870 in der Schlacht von Sedan. Mit der Kapitulation der französischen Truppen und der Gefangennahme des französischen Kaisers am 2. September war diese Schlacht vorentscheidend für den Ausgang des Krieges. Albert wurde am 11. Juli 1871 bei seinem Einzug in Dresden durch Wilhelm I. zum ersten nicht-preußischen Generalfeldmarschall ernannt. Noch im gleichen Jahr folgte die Ernennung zum Generalinspekteur der I. Armee-Inspektion.

 

Nach dem Tod seines Vaters am 29. Oktober 1873 wurde Albert König von Sachsen. Er führte die Einordnung Sachsens in das von Preußen geführte Deutsche Reich fort. Zentrale Aspekte seiner auf Friedenssicherung bedachten Politik waren außenpolitisch die Aussöhnung mit Preußen und die Erhaltung der bundesstaatlichen Ordnung im Deutschen Reich.

 

Innenpolitisch strebte König Albert eine Neugestaltung der Landesverwaltung an. Unter seine Regierungszeit fallen unter anderem die Verbesserung der Armenpflege und eine umfassende Reform des Steuerwesens 1878 sowie 1887 die Verlegung der sächsischen Staatsmünze von Dresden nach Muldenhütten.

 

Quelle: Wikipedia